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Analytik

Endotoxin- und Sterilitätsprüfung bei Forschungspeptiden

6 Min. LesezeitAktualisiert am 24. Mai 2026RetaNord Forschungsbibliothek

Endotoxin-Kontamination gehört zu den häufigsten verborgenen Ursachen für unzuverlässige Daten in der Peptidforschung, insbesondere in der Zellkultur. Ein Peptid kann laut HPLC zu 99% rein sein und dennoch genug Endotoxin enthalten, um ein Experiment zu verfälschen.

Dieser Leitfaden erklärt, was Endotoxine sind, warum sie wichtig sind, wie sie gemessen werden und wie man Endotoxin- und Sterilitätsergebnisse auf einem Analysenzertifikat liest.

Was Endotoxine sind

Endotoxine sind Lipopolysaccharide (LPS), große Moleküle aus der äußeren Membran gramnegativer Bakterien. Sie werden freigesetzt, wenn Bakterienzellen absterben und zerfallen. Entscheidend ist dabei: Endotoxine sind hitzestabil und chemisch robust. Das Entfernen oder Abtöten der Bakterien beseitigt nicht das Endotoxin, das sie zurücklassen.

Deshalb kann eine Probe steril sein (frei von lebenden Organismen) und dennoch Endotoxin enthalten. Es handelt sich um zwei getrennte Probleme, die getrennte Tests erfordern.

Warum Endotoxine für die Forschung wichtig sind

Endotoxine sind starke Aktivatoren des Immunsystems. In der Zellkultur- und Immunologieforschung können bereits geringe Mengen eine Zytokinausschüttung auslösen, Signalwege aktivieren und experimentelle Messwerte verschieben. Ein mit Endotoxin kontaminiertes Peptid führt eine Variable ein, die nichts mit der untersuchten Substanz zu tun hat, und sie bleibt ohne Test unsichtbar. Bei empfindlichen Arbeiten ist Endotoxin einer der wichtigsten auszuschließenden Kontaminanten.

Der LAL-Test

Endotoxin wird am häufigsten mit dem LAL-Test (Limulus-Amöbozyten-Lysat) gemessen, der ein Reagenz verwendet, das in Gegenwart von Endotoxin reagiert. Die Ergebnisse werden in Endotoxin-Einheiten pro Milligramm (EU/mg) angegeben, wobei ein niedrigerer Wert besser ist. Eine moderne, tierfreie Alternative mit rekombinantem Faktor C wird zunehmend eingesetzt und misst dasselbe.

Steril ist nicht dasselbe wie endotoxinfreiSterilität bedeutet, dass keine lebenden Organismen vorhanden sind. Endotoxin kann von Bakterien zurückbleiben, die vor der Filtration der Probe abgestorben sind. Ein gründliches CoA gibt beides an.

Sterilitätsprüfung

Die Sterilitätsprüfung ist die separate Kontrolle auf lebensfähige Bakterien und Pilze in der Probe. Sie wird in der Regel als einfaches Bestanden oder Nicht bestanden angegeben. Sterilitäts- und Endotoxinprüfung zusammen ergeben ein vollständigeres Bild der mikrobiellen Qualität als jede für sich allein.

Die Ergebnisse auf einem CoA lesen

Achten Sie auf einem Analysenzertifikat auf ein Endotoxinergebnis in EU/mg und eine Zeile mit Bestanden/Nicht bestanden zur Sterilität. Ein niedrigerer EU/mg-Wert weist auf sauberere Substanz hin. Ein CoA, das beides enthält, schützt Ihre Daten besser als eines, das nur die Reinheit angibt. Eine vollständige Erläuterung des Dokuments finden Sie in unserem Leitfaden wie man ein Peptid-Analysenzertifikat liest.

Wie RetaNord damit umgeht

Die Sterilitäts- und Endotoxinprüfung (LAL) ist eine der fünf Stufen, die jede RetaNord-Charge vor der Freigabe durchläuft, neben der HPLC-Reinheit, der massenspektrometrischen Identität sowie Stabilitäts- und Konsistenzprüfungen. Die Ergebnisse werden auf dem chargenspezifischen Analysenzertifikat dokumentiert, das jeder Bestellung beiliegt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sterilitäts- und Endotoxinprüfung?

Die Sterilitätsprüfung prüft auf lebende Bakterien und Pilze. Die Endotoxinprüfung misst bakterielle Toxine (Lipopolysaccharide), die hitzestabil sind und selbst dann zurückbleiben können, wenn die Bakterien verschwunden sind. Eine Probe kann steril sein und dennoch Endotoxin enthalten, weshalb beide Tests wichtig sind.

Was bedeutet EU/mg?

EU/mg steht für Endotoxin-Einheiten pro Milligramm, das Ergebnis des LAL-Endotoxintests. Es quantifiziert die Endotoxin-Kontamination, und ein niedrigerer Wert weist auf sauberere Substanz hin.

Warum ist Endotoxin wichtig, wenn ein Peptid zu 99% rein ist?

Die HPLC-Reinheit misst den Peptidanteil, nicht mikrobielle Verunreinigungen. Ein Peptid kann zu 99% rein sein und dennoch Endotoxin enthalten, das Zellkultur- und Immunologieexperimente unabhängig davon verfälschen kann.

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